Mittwoch, 2. Juli 2008
EM zum Abschluss
So.

Der Kater bekommt wieder Nahrung, die Cola ist leer, das Bier ist alle, die Deutschland-Fähnchen für "bis in zwei Jahren" wieder ordentlich aufgeräumt, in den Karton mit der Aufschrift "Weltmeister ´10".

Unsere Jungs sind wieder zu Hause, wärmstens bedankt von den Fans, zurückbedankt, danke danke danke für 22 Tage mitfiebern, EM-Planer eintragen, danke für idiotische Perücken, danke für Autocorsos, besoffenes Rumgegröle, für "Schlaaand"- und "Türkytürkye"-Gebrülle bis in die frühen Morgenstunden, danke für zusammengebrochenen Innenstadtverkehr und das Klatschen abgerissener Billigfähnchen auf Windschutzscheiben auf der Autobahn.

Danke für högschte Konzendradzion und Schweinis Tore, danke für die Bilder von Schweinis Uschi, wenns unten auf dem Rasen mal wieder so spannend wie eine Gameshow nachts um halb drei war. Rufen Sie an, wenn Sie die Lösung wissen. Ist noch einer wach?

Ja, wir haben viel gelacht, viel gefiebert und viel gesoffen und uns aufgeführt, dass es selbst auf einem Christopher-Street-Day peinlich gewesen wäre. Dafür durften wir Löw beim Qualmen, Metzelder beim Fehlpassen und Gomez bei garnichts beobachten. Wenn das nichts ist, dann weiß ichs trotzdem.

Und "nein", ich werde mir keinen Hyundai kaufen und immer noch kein Bitburger trinken, weil ich beides nicht mag und ich habe nachwievor keine Mastercard, selbst wenn die jeden verdammten Schiedsrichter von Island bis Feuerland bezahlen.

Wir sind Papst und alle Zweiter. Das ist nicht schlecht, wenn man bedenkt, wer früher nach Hause fahren musste und, mal ganz ehrlich: der Titelgewinn wäre zwar nett gewesen, aber wir waren doch schon so oft und die Spanier nur einmal und die müssen jetzt wieder 44 Jahre bis zum nächsten Titel warten. Das ist doch auch doof.

Außerdem bringt mir das keinen "roten Ratz" mehr, ob wir jetzt Europameister oder Zweiter oder 140ster sind. Das einzige, was mich wirklich interessiert, ist, ob sich die Engländer ärgern und die Türken mit dazu. Und ob die Italiener früher nach Hause fahren, die Deppen. Der Rest ist doch pillepalle.

Auf der Meta-Ebene definieren wir uns als Deutsche über D-Mark, Wirtschaftswunder und Fußballmeister. Die D-Mark ist weg und kommt nicht wieder, im Moment haben wir weniger Wirtschaftswunder als vielmehr Verwunderung über die Wirtschaft und somit bleibt uns wenigstens noch der Fußball und da haben wir es, bis auf Zwei, allen anderen gezeigt und die Kroaten gelten eh nicht so richtig, weil unsere Jungs am Tag vorher vom Nutella eine Fischvergiftung hatten oder sowas.

Yogi hat gezeigt, dass er mindestens genauso gut wie Klinsi ist und Hansi Flicki hat gezeigt, dass er mindestens genauso gut wie Yogi ist und Loddar hat sich vor Zorn in den Allerwertesten gebissen. Bleibt ihm jetzt noch, Trainer von Griechenland zu werden, wenn Otto der Alte vor Aufregung, weil einer seiner Stürmer mal getroffen hat, die Augen zumacht. Möge er den Griechen noch lange erhalten bleiben, dann kann er in der Bundesliga kein Unheil stiften - außer, er geht zu Hoffenheim.

Bereiten wir uns mental auf die WM 2010 vor, wenn es am Schluss wieder heißt "54, 74, 90, Zweitausendvierzehn...". Und immerhin wird es bis ins Jahr 2012 heißen "England verliert verdient im Elfmeterschiessen gegen den Vize-Europameister".

Und das ist doch immerhin etwas.

Ich freue mich, dass Euch dieser Blog genauso viel Spaß zu Lesen gemacht hat wie mir das Schreiben über das Geschehen auf und um den Platze herum.
Es war nicht immer einfach, manchmal war es sogar richtig Arbeit, vor allem, weil ich mir ja die auch saublöden Spiele ANSEHEN musste, um darüber zu berichten. Und das nehme ich Italienern und Franzosen und Griechen sehr sehr übel. Das war Diebstahl von Lebenszeit.

Ich ziehe mich jetzt wieder zurück in meine Schmollecke und natürlich liest man sich.

Spätestens 2010.

Weil ich Olympia hasse.

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Dienstag, 1. Juli 2008
EM Tag 22
Heute ist F-Day. Finaltag. Das Spiel der Spiele. Der letzte Schnaufer, bevor dieses Land wieder in Trübsinn über Benzinpreise, den Zustand der SPD und die Vorfreude auf die Bundesliga versinkt.

Heute war eh ein ganz besonderer Tag. Die Luft roch klar nach frischem Bier und die Fußballnation fragte sich besorgt, ob ER spielt, weil ER doch Aua in der Wade hat. ER hat heute die Chance, ein GANZ Großer zu werden, zu nennen in einer Reihe mit Uwe Seeler, KaHa Rummenigge und äh, Pierre Littbarski beispielsweise. ER, der öfter Vizemeister als Schalke und Vizekusen zusammen geworden ist. ER, unter dessen Fußballerkarriere derzeit noch das Urteil „nicht schlecht“ steht. ER, der Kapitän in stürmischer See, der Lockenkopf aus dem Osten, der „Chef“, wie viele ihn nicht nennen mögen, ER wird sie heute nach vorne reißen, selbst wenn der vierte Deppenschiri ihn dafür von der Bank auf die Tribüne schickt.

Ansonsten kommen widersprüchliche Nachrichten aus dem Hauptquartier. Auf kurz soll Hamil Altintop noch eingebürgert werden, einerseits aus Mitleid und Integrationsgründen, andererseits um Mario Gomez zu ärgern, von dem man befürchtet, dass, sollte er spielen, er bei einem Sieg seines Vater- über sein Mutterland einen Nervenzusammenbruch erleidet. Man kennt das ja aus diversen Polenspielen. Löw will, dass wenigstens diesmal „mit högschter Konzendradzion“ gespielt wird, worauf er von IHM den dezenten Hinweis erhält, dass man hier bei einem Fußballturnier und nicht in einem Konzendradzionslager sei.

Die Spanier hingegen brauchen keine Konzentration, weil sie ihre Spiele bisher sauber und fehlerfrei durchgespielt haben, ihnen genügt es, zu wissen, dass sie jeden Gegner schlagen können und bisher auch problemlos aus dem Turnier gekickt haben.

Das gibt zu denken und als die Mannschaften um 20.30 in Wien den Platz betreten, hat der beteiligte Zuschauer bereits das komische Gefühl im Magen, dass sich die bisher ungeschlagenen Spanier nicht ausgerechnet heute von Deutschland das Nutella vom Frühstücksbrötchen nehmen lassen werden. Zumal Metzelder schon wieder mitspielen darf, warum auch immer und was auch immer Joachim, den seine 70 Millionen Freunde Jogi nennen, sich dabei gedacht hat.

Und dann segelt die Armada pünktlich um 2045 gegen die Panzer aus, um sich nach 44 Jahren und –zig erbärmlich vermasselten Turnieren endlich mal wieder einen Titel zu holen.

Zuerst sieht es für unsere Jungs ganz gut aus, Die Abwehr hat den spanischen Sturm einigermaßen im Griff und gelegentlich lassen sich die Nutellaschlucker mal vor dem spanischen Keeper sehen, schaffen es aber nicht, zum Torschuss zu kommen. Klose, dem irgendein Idiot gesagt hat, er solle doch gelegentlich mal seinen Kopf benutzen, hat den Kontakt zu seinen Beinen verloren und verstolpert ein-, zwei Chancen, und weil sich vorne nichts tut, tut sich eben hinten was. Metzelder, ein ständiger Unruheherd in der deutschen Abwehr, prüft aus Spaß mal Lehmann, was der nicht witzig findet und deshalb Metzelder, genannt „der Irre“, für den Rest des Spiels aus seinem Strafraum weist.

Ab der 20sten Minute – Metzelder hat sich trotzig aus dem Spiel verabschiedet und seinen Kumpel Mertesacker gleich mitgenommen – mehren sich die Chancen der Spanier, weil die Deutschen irgendwie nicht so Lust auf Fußballspielen haben und es außerdem nicht zu regnen anfängt. Einmal geht ein spanischer Ball an den deutschen Pfosten Lehmann, und einmal prallt er vom Tor ab. Die zwar konschendriert aber auch konsterniert spielenden Deutschen nehmen die Spanier trotzdem nicht so richtig ernst und deswegen darf Torres „der Stier“ Rache nehmen für 44 Jahre Deppen am Ballermann und macht das 1:0 für Spanien, während Me und Me nasebohrend danebenstehen und zuschauen. Torres hat sogar die Frechheit, bei seinem Tor Lehmann noch fair zu überspringen.

Wer nun geglaubt hat, durch unsere Jungs würde nun ein Ruck gehen, der sah sich im Recht. ER macht den Rücken gerade, brüllt seine Mitkicker an und schon fallen alle in kollektiven Tiefschlaf. Vorne geht nichts zusammen, hinten geht nichts zusammen, in der Mitte geht nichts zusammen, es geht überall nur gegeneinander, übereinander und untereinander und durcheinander. Hier ein verstolperter Pass, da ein verhoppelter Einwurf, dort ein halbherziger Zweikampf und drüben ein Foul aus Hilflosigkeit. Die Spanier sehen es lächelnd, während der Bundesjogi am Spielfeldrand herumhüpft, als fände heute das Finale der Duracell-Häschen-look-alike-Meisterschaften statt.
Gelegentlich geht mal einer der Germanen vom Platz, weil es gegen die Spanier doch sehr anstrengend scheint, ER schlägt sich die Augenbraue blutig, bekommt dafür sogar eine gelbe Karte, aber es nutzt alles nichts: bis zur Pause bleibt es bei dem Rückstand.

Nun ist ja „Rückstand“ – zumal wenn es nur ein lächerliches Törchen ist und noch 45 Minuten Zeit bleiben, ja so eine Charaktersache. Und vielleicht hätte Jogi ja doch mehr Importtürken in die Mannschaft nehmen sollen. Denn kaum zurück aus der Kabine spielen seine Mannen endlich so, wie sie fast die ganze Zeit gespielt haben: Krampf auf hohem fußballerischen Niveau. Der Rückstand scheint sich noch nicht im kompletten Ensemble herumgesprochen zu haben.

Lahm wird tatsächlich aufgrund einer heutigen „Nomen est Omen“-Attitüde vom Platz genommen, Herr Jansen soll ihn würdig vertreten. Und das tut er auch. Nachwievor herrscht kämpferischer Eintönigkeit bei Deutschland. ´s geht ja auch um nichts und außerdem, Hauptsache, wir haben die Türken vor Wien besiegt. Und fließt es nicht, so plätschert´s doch. Das deutsche Spiel erinnert an das Wasserlassen eines Prostata-Kranken. Viel Krampf, wenig Chancen.

Geht der Ball mal nicht ins Aus, dann führt er zu einer Ecke, die von Schweini mit schöner Regelmäßigkeit versiebt wird, und dann hat Jogi die Schnauze voll und wechselt einen „Stümer“ ein, nämlich den Bart-Kevin, der eigentlich so viel in der Nationalmannschaft wie Hoffenheim in der Bundesliga zu suchen hat. Natürlich tut sich dadurch nun noch weniger nach vorne als sowieso vorher schon.

Etwa 10 Minuten, so scheint es, wolle sich unsere Nationalmannschaft aufbäumen, der Niederlage entgegenstellen, aber wie soll das gegen die kleinen braunen wuseligen Spanier gehen, die ständig zwischen den Beinen unserer Buben herumflitzen und sie so furchtbar irritieren? Die Haare von Frings wehen durcheinander, ansonsten ist auf jeder Beerdigung mehr los.
Jogi wechselt in seiner Verzweiflung sogar Mario Gomez mal wieder ein, aber der Mann wird in den 10 Minuten bis zum Schlusspfiff keinen einzigen verdammten Ballkontakt haben und nur einsam vor den Spaniern seine Kreise ziehen – ausgestoßen und ungeliebt.

Als nach 90 sehr kurzen aber nicht kurzweiligen Minuten endlich der Schlusspfiff der deutschen Kapitulation ein Ende macht, wird es am Ballermann merkwürdig und ungewohnt still, in Villa Riva und Villa Bacho fliegt der Abwasch in die Schlucht und es wird gefeiert, was das Zeug hält, Ballack kann sich die 20ste Silbermedaille ins Gästeklo nageln und nur Gomez ist der einzige im deutschen Team, der so ein bißchen feiern könnte, wenn er nicht Prügel von seinen Teamexkameraden befürchten müsste.

Als Fazit bleibt: Spanien hat verdient gewonnen, auch wenn Deutschland ja tatsächlich seine berühmten „deutschen Tugenden“ ausgepackt hat. Dies war heute weniger der Kampfgeist, als vielmehr die Tugend der Sparsamkeit und zwar im Bezug auf Spielwitz und Genauigkeit.

Immerhin haben wir uns den inoffiziellen Titel „Vize-Europameister“ eingehandelt, was so viel wie „Verlierer der Herzen“ bedeutet.

Und wir haben die Türkei geschlagen, die die Kroaten geschlagen haben, die die Engländer an der Teilnahme gehindert haben.

Das ist doch auch was.

Nämlich ziemlich doof.

Ich schmeiße meinen EM-Planer in die Ecke und freue mich auf 2010, wenn es wieder heißt: „Ballack hat es an der Wade. Ausgerechnet vor dem England-Spiel!“

Ich muss jetzt nachdenken. Für das Abschlußkommuniquee …

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Freitag, 27. Juni 2008
EM Tag 21
Das Verhältnis von Deutschen und Türken spiegelt derzeit eine gewisse Ambivalenz wieder. Die Einen sind stolz wie Erdogan auf ihre Mannschaft, die nach Hause fährt, die Anderen schämen sich wie Ströbele für ihre Jungs, die ins Finale einziehen. Freuen ist aber auch etwas peinlich und kann leicht als Schadenfreude missverstanden werden.

Auf den Fanmeilen sind größere Ausschreitungen verzückter türkischer und verärgerter deutscher Fans Gott- und Allahseidank ausgeblieben und nur ein wackeres Fähnlein von Sachsen hat sich erfolgreich bemüht, den Ruf der Deutschen als Rassisten zu verteidigen, in dem sie voller Freude über den langsamsten Blitzsieg in der deutschen Geschichte ein paar Dönerbuden zusammengelegt haben. Hatten halt keine Türken zum Feiern da.

Landauf, landab müssen es sich verblüffte türkische Mitbürger mit Migrationshintergrund gefallen lassen, von wildfremden Eingeborenen gedrückt und bedauert zu werden, außerdem werden sie andauernd mit Kondolationen für ihr Ausscheiden behelligt. Einmütig ist man der Meinung, dass die Türkei die (nach England) beste Mannschaft der Welt ist und nur Pech gehabt hat, diesmal eben nicht das letzte Tor zu schießen. Tja, bis auf Sachsen zeigen wir eben auch Größe im Gewinn („Sieg“ klingt so faschistisch). Da können sich die Türken ruhig mal… aber ich schweife schon wieder ab.

Im Fußballführerhauptquartier und beim Oberkommando der Nationalmannschaft zeigt man sich nach dem politisch korrekten Zappelsieg „erleichtert“ über den „groschen Druck“ der „von der Mannschaft abgefallen ist“. Klingt das eigentlich nur für mich nach „Scheiß aufs Finale, wir haben gegen die Türken ohne Verluste gewonnen“? Wie auch immer, nachdem zur Erbauung und Ermunterung von Jogis Jungs feiernde deutsche Fans gezeigt wurden (wobei man geflissentlich die „aaner geht noch, aaner geht noch ´nei“ und „Wi aar se Tschämpions“-Gröhler weggelassen, dafür aber drei Mal Schweinsteigers Uschi gezeigt hat), will Löw vor dem Finale entweder die grausame Praxis spanischer Stierkämpfe vorführen, alternativ auch Bilder vom russischen Einmarsch in Ostpreußen. Man muss die Jungs nur mental zu packen kriegen. Kampfgeist statt Krampfgeist. Nach dem Türkei-Spiel gar nicht so einfach.

Russen und Spanier spielen heute auch aus, wer auf jeden Fall Vize-Europameister wird.

Die Russen gelten nach ihrer verblüffenden Demontage der Niederländer zwar nicht als Favorit, aber wenigstens als „auf gleicher Augenhöhe“ mit den Spaniern, die bisher so ziemlich jede Mannschaft auseinandergenommen haben.

Schon kurz nach dem Anpfiff zeigt sich, dass die Russen im Überschwang ihre Pause genutzt und nach ihrem Sieg über die Niederland exzessiv russischem Zielwasser zugesprochen haben. Die Mannschaft schlingert über den Platz wie ein Schiff im Sturm, es schifft wie Sau und die ebenfalls restbedröhnten russischen Fans folgen der Tradition und entledigen sich auf der Tribüne spontan ihrer Klamotten.

Die Spanier, aus ihren Feriengebieten an den Anblick nackter Besoffener gewöhnt, gehen es entspannt an, weil die russische Dampfwalze Schlangenlinien fährt und die größte Gefahr im Moment darin besteht, auf dem Rasen zu ertrinken. Zwingende Aktionen gibt es keine, der einzige Höhepunkt im ersten Durchgang besteht darin, dass die Spanier Fabregas gegen Villa auswechseln, weil der zu viel Wasser geschluckt hat.

Nach der Halbzeit beschließt man bei den Iberern, dass die Russen nun genug Zeit zur Ausnüchterung hatten und macht mal kurz das 1:0. Das nutzt den Russen aber nicht viel, weil sie in der Pause in der Kabine weitegefeiert haben und sie bleiben etwas lethargisch. Es ist kalt, es ist nass, es ist ekelig. Da jagt man normalerweise in Russland maximal die Frau vor die Tür und dementsprechend traurig ist es um die russische Moral bestellt.

Folgerichtig treten die Russen aus Frustration über die lässig aufspielenden Iberer statt des Balles mal zwei ihrer Gegenspieler um und bekommen Gelb, die Spanier bedanken sich dafür dann auf ihre Art und setzen den Riesenreichspielern das 2:0 in den Kasten.

Der holländische Trainer der Russen ist enttäuscht, die russischen Fans schnallen überhaupt nicht, was da auf dem Rasen vor sich geht und schunkeln nackend vor sich hin, der spanische Torwart liest ein gutes Buch und führt ein paar Telefonate, die spanische Abwehr macht sich die Fingernägel sauber und die spanischen Stürmer, wenig erpicht, das Spiel noch aus Versehen von den völlig hilflosen Ex-Sowjets drehen zu lassen, machen in der 82sten Minute noch sicherheitshalber das 3:0, weil es in Spanien keine nennenswerte Anzahl russischer Einwanderer oder Touristen gibt. Man hat nichts außer diesem Spiel zu verlieren und dieses Spiel ist ein leichtes Spiel.

Der Schiedsrichter pfeift ab, die Spanier sind Vize-Europameister und die Russen, dankbar, aus dem Scheißwetter zu kommen, gehen angeschlagen und geschlagen in die Kabine und aus dem Turnier. Better luck next time und nicht vergessen, daheim die Spurbreite der Tore auf internationale Maßstäbe anzupassen.

Ich trage den üblichen spanischen drei-Tore-Vorsprung in meinen EM-Planer ein und sehe dem Finale am Sonntag gelassen entgegen, weil wir ja auch eh schon Vizemeister sind.

In England laufen die Vorbereitungen zur WM-Qualifikation auf Hochtouren. Angeblich soll die komplette türkische Mannschaft eingebürgert werden. Düvüd Bückhüm trägt sich mittlerweile mit Wechselgedanken zu Fenerbahce.

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