Donnerstag, 19. Juni 2008
EM Tag 11
shiwa, 01:05h
Der Bundesjogi hat etwas sehr Böses getan. Er hat mit einem Schiedsrichter diskutiert, und auch, wenn es nur so ein Deppenschiri war, der auf die Bank aufpassen soll, Schiedsrichter sind für 90 Minuten mächtiger als Gott. Und sogar mächtiger als Franz Beckenbauer. Und außerdem sind Österreicher wie auch Schweizer sowieso empfindlich im Bezug auf ihr Bankgeheimnis. Und deswegen hat der Bundesjogi jetzt Angst, dass er gegen Portugal wieder auf die Tribüne zur Kanzlerin muss. Ich meine: gut so. Dann kann er den mutmaßlichen Grottenkick, den unsere Blutjungs gegen die Portugiesen abliefern werden, wenigstens von oben sehen und echtes „Fanfeeling“ entwickeln. Und Nüsschen knabbern, wie gegen Österreich.
Die Nation ist sich aber in einem Punkt einig: Löws Konzept ist grundsätzlich richtig. Und wäre er Trainer einer körperlich, vor allem aber geistig fitten Mannschaft – dann wäre er der Trainer der Niederlande und würde mit dieser Europameister werden. So hat es leider nur für die deutschen Fußballhelden gereicht, deren Selbstbewusstsein und Auftreten eben stark abhängig vom Wetter, der Konjunktur, der Tageszeit und der morgendlichen Nutella-Ration sind.
Natürlich gab es dann neben diesen Nicklichkeiten das Hammerspiel Frankreich gegen Italien. Unberechtigter Weltmeister gegen unberechtigten Vizeweltmeister. Not gegen Elend. Beide Mannschaften sind mutmaßlich fest entschlossen, zu gewinnen und der Welt zu zeigen, dass das WM-Finale beider Mannschaften seinerzeit gerechtfertigt war.
Tatsächlich geht es auch im Vergleich zu den sonstigen Spielen der beiden Schlafhauben recht rasant los, bereits in der dritten Minute haben die Franzosen zwei Eckbälle bekommen, was bedeutet, dass sie nicht in der Lage waren, das Tor zu treffen.
Nach 8 Minuten schon hat es Ribery satt, dass er es alleine mit 11 Italienern aufnehmen muss und bricht sich aus Protest unter Zuhilfenahme der Knochen eines Gegenspielers das Bein und geht nach Hause.
In der Folge herrscht für italienisch-französische Verhältnisse schon fast so etwas wie ein munteres Spiel. Die Franzosen schleppen sich vor den italienischen Strafraum, geben dann an die Italos ab, die gehen (nicht rennen!) wie der Teufel in den französischen Strafraum und geben dann wieder an die Franzosen ab. ´s geht ja um nichts, zumal im Parallelspiel die beste rumänische Mannschaft aller Zeiten gegen eine Auswahl der niederländischen U15 spielt und beide eh nach Hause fahren, wenn die glorreichen Rumänen die Partie heimfahren.
In der 24sten Minute klappt es dann endlich mal wieder. Ein Italiener stürzt spektakulär im französischen Strafraum („Abidal habbe miche gesubbst, habbe nixe gemacht, jetzt habbe slimme Smerze wege die Asseloch, musse gebbe Elfemetro“) und bekommt seinen üblichen Strafstoß. 1:0 für bella fallera Italia.
Die Italiener haben bis nach der ersten Pause das erste Mal seit dem römisch-gallischen Krieg das tapfere Häuflein alter französischer Garde ganz gut im Griff, denn die Franzosen spielen jetzt in Unterzahl, was man aber nicht merkt, denn die bleiben ihrer eisernen Linie treu und treffen schon fast absichtlich nicht aufs Tor. Zumindest nicht auf das italienische.
Dafür aber auf das eigene. In der 62sten hält, während im Parallelspiel die ruhmvolle rumänische Europameistergeheimtippaspiranten gegen eine Auswahl niederländischer Hilfsministranten sang- und klanglos untergeht, ausgerechnet das französische Pendant zu dem, was man in der Fachsprache einen „Stürmer“ nennt, seinen Fuß in einen klassisch am Tor vorbeigezielten Freistoß von Rossi und die Italiener führen 2:0.
Hurra.
Und jetzt geschieht etwas Erstaunliches und Einmaliges in der europäischen Geschichte: Die Franzosen kapitulieren bedingungslos vor den Italienern. Laufen müde, geschlagen und gedemütigt über den Platz, lassen den Italienern noch ein paar Chancen, die diese mangels Elfmeter natürlich nicht verwerten können und dann ist Schlusspfiff und die Italiener sind, oh Wunder, oh Wunder, weiter und dürfen sich jetzt gegen Spanien im Viertelfinale fallen lassen.
Ich ergänze meinen EM-Planer um die beiden Ergebnisse des heutigen Kampftages und schnappe mir eine „Sun“.
In England findet man Meldungen über die EM nämlich mittlerweile hinter den Todesanzeigen und der Werbung von Damen, die angerufen werden möchten.
Die Nation ist sich aber in einem Punkt einig: Löws Konzept ist grundsätzlich richtig. Und wäre er Trainer einer körperlich, vor allem aber geistig fitten Mannschaft – dann wäre er der Trainer der Niederlande und würde mit dieser Europameister werden. So hat es leider nur für die deutschen Fußballhelden gereicht, deren Selbstbewusstsein und Auftreten eben stark abhängig vom Wetter, der Konjunktur, der Tageszeit und der morgendlichen Nutella-Ration sind.
Natürlich gab es dann neben diesen Nicklichkeiten das Hammerspiel Frankreich gegen Italien. Unberechtigter Weltmeister gegen unberechtigten Vizeweltmeister. Not gegen Elend. Beide Mannschaften sind mutmaßlich fest entschlossen, zu gewinnen und der Welt zu zeigen, dass das WM-Finale beider Mannschaften seinerzeit gerechtfertigt war.
Tatsächlich geht es auch im Vergleich zu den sonstigen Spielen der beiden Schlafhauben recht rasant los, bereits in der dritten Minute haben die Franzosen zwei Eckbälle bekommen, was bedeutet, dass sie nicht in der Lage waren, das Tor zu treffen.
Nach 8 Minuten schon hat es Ribery satt, dass er es alleine mit 11 Italienern aufnehmen muss und bricht sich aus Protest unter Zuhilfenahme der Knochen eines Gegenspielers das Bein und geht nach Hause.
In der Folge herrscht für italienisch-französische Verhältnisse schon fast so etwas wie ein munteres Spiel. Die Franzosen schleppen sich vor den italienischen Strafraum, geben dann an die Italos ab, die gehen (nicht rennen!) wie der Teufel in den französischen Strafraum und geben dann wieder an die Franzosen ab. ´s geht ja um nichts, zumal im Parallelspiel die beste rumänische Mannschaft aller Zeiten gegen eine Auswahl der niederländischen U15 spielt und beide eh nach Hause fahren, wenn die glorreichen Rumänen die Partie heimfahren.
In der 24sten Minute klappt es dann endlich mal wieder. Ein Italiener stürzt spektakulär im französischen Strafraum („Abidal habbe miche gesubbst, habbe nixe gemacht, jetzt habbe slimme Smerze wege die Asseloch, musse gebbe Elfemetro“) und bekommt seinen üblichen Strafstoß. 1:0 für bella fallera Italia.
Die Italiener haben bis nach der ersten Pause das erste Mal seit dem römisch-gallischen Krieg das tapfere Häuflein alter französischer Garde ganz gut im Griff, denn die Franzosen spielen jetzt in Unterzahl, was man aber nicht merkt, denn die bleiben ihrer eisernen Linie treu und treffen schon fast absichtlich nicht aufs Tor. Zumindest nicht auf das italienische.
Dafür aber auf das eigene. In der 62sten hält, während im Parallelspiel die ruhmvolle rumänische Europameistergeheimtippaspiranten gegen eine Auswahl niederländischer Hilfsministranten sang- und klanglos untergeht, ausgerechnet das französische Pendant zu dem, was man in der Fachsprache einen „Stürmer“ nennt, seinen Fuß in einen klassisch am Tor vorbeigezielten Freistoß von Rossi und die Italiener führen 2:0.
Hurra.
Und jetzt geschieht etwas Erstaunliches und Einmaliges in der europäischen Geschichte: Die Franzosen kapitulieren bedingungslos vor den Italienern. Laufen müde, geschlagen und gedemütigt über den Platz, lassen den Italienern noch ein paar Chancen, die diese mangels Elfmeter natürlich nicht verwerten können und dann ist Schlusspfiff und die Italiener sind, oh Wunder, oh Wunder, weiter und dürfen sich jetzt gegen Spanien im Viertelfinale fallen lassen.
Ich ergänze meinen EM-Planer um die beiden Ergebnisse des heutigen Kampftages und schnappe mir eine „Sun“.
In England findet man Meldungen über die EM nämlich mittlerweile hinter den Todesanzeigen und der Werbung von Damen, die angerufen werden möchten.