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Donnerstag, 19. Juni 2008
EM Tag 12
shiwa, 15:29h
Jetzt ist es raus! Löw teilt das Schicksal von so manchem aufgrund seiner Fußballleidenschaft geschiedenen Fan: er darf nicht mehr auf seine Hausbank. Und er teilt das Schicksal so mancher Fußballfanfrau: er muss während des Spiels die Klappe halten. In der Urteilsbegründung des UEFA-Hinrichtungskomitees heißt es, dass „der fehlbare Trainer schrie“. Also erstens: Unser Jogi ist unfehlbar. Und zweitens: das war kein Schreien, sondern Schwäbisch. Welche Nationalität hatte denn der unwichtigste Schiri auf dem Platz? Engländer?
Ist das eigentlich der gleiche Typ, der immer bei Auswechslungen das Schild hochhält oder die Nachspielzeit anzeigt? Der gleiche Typ, der während des Spiels sich eigentlich Pommes und ein Bier holen könnte, weil er eh nichts zu tun hat? Was ist das für ein Struunz? Was erlaube? Aber egal. Schiri ist Schiri. Tribüne ist, wenn der Schiri pfeift.
Jetzt muss ein Vizetrainer ran, der auf den Namen „Hansi Flick“ hört. Na toll. Das klingt ja schon nach „Harry, fahr mal den Wagen vor“. Würde der Ballaufpumper und Trainingsleibchenverteiler „Wolf Held“ oder „Läsker Bär“ heißen, hätte ich ja gesagt, „hey, da kann einer heute ein ganz Großer werden“. Aber glaubt irgendjemand, dass sich Ballack oder Lehmann von einem Typen was sagen lassen, der wie ein Kanarienvogel heißt und normalerweise die Nutella-Gläser abräumt? Das wird heute abend sehr wunderbar. Für die Portugiesen. "Wir hätten über die Außen kommen müssen" wird Netzer später sagen, weil er das immer sagt. Aber wenigstens haben wir jetzt eine Ausrede: Löw saß ja nicht auf der Bank!
Letztes Spiel in Krabbelgruppe D, Mütterchen Russland gegen „die Wikinger“. Der Bär macht den Elchtest.
Schweden war nie ein Land mit überbordendem Nationalstolz. Das rächt sich heute. Den Russen hat irgendjemand erzählt, dass heute Europameisterschaft ist und sie spielen plötzlich Fußball, als ginge es um den UEFA-Cup, die zahnlosen Wikinger, formally known as „Geheimtipp“, verhalten sich so hölzern wie der einzige nennenswerte Industriebetrieb ihres Landes („schläfst Du noch oder spielst Du schon?), sehen den Russen interessiert zu und lediglich der alte Schwede Zlatan Ibrahomivic versucht, dagegenzuhalten. Aber während Zlatan I. von Ödländ mutterseelenallein vor dem russischen Strafraum den Schwedensputnik macht, spielt die Musik in seinem Rücken und in der 24sten sind die russischen Bemühungen von einem glorreichen 1:0 gekrönt. Spasiba Schweden.
Danach folgen noch einige turbulente Strafraumszenen, natürlich in der schwedischen Hälfte, und dann gehen die Russen in die wohlverdiente, die Schweden in die langersehnte Pause.
Gleiches Bild in der zweiten Hälfte: die achso gefürchteten Wikingern sehen nasebohrend den Russen bei ihrem Spiel zu, das immer mehr den Charakter einer russischen Trainingseinheit annimmt. Folgerichtig steht das schwedische Tor unter russischem Dauerbombardement. Und so ist es nur eine Frage der Zeit, bis der schwedische Torhüter in der 50sten Minute ein zweites Mal hinter sich greifen darf.
Wer aber nun glaubt, die Schweden würden diese Niederlage kampflos hinnehmen, der hat recht. Bis auf Ibrahimovic Schwedenson rüttelt auch das zweite Gegentor die Nordlanders nicht aus ihrem lethargischen Winterschlaf. Es ist einfach noch zu kalt im Stadion. Nur dem schwedischen Torwart wird es gelegentlich warm, weil abwechselnd jetzt Russen und Schweden gemeinsam auf sein Tor ballern. Als das Spielchen nach 92 Minuten endlich abgepfiffen wird, gehen die Russen in die nächste Runde und die Schweden ins Bett. Der EM-Planer erhält ein 2:0 für Russland und gut ist´s.
Im zweiten Spiel des Abends schießen die Griechen versehentlich ein Tor, werden von den entspannt spielenden Spaniern trotzdem mit 2:1 gedemütigt, aber ein Tor ist besser als kein Tor und deshalb darf sich Rehagel, seiner Ansicht nach zu Recht, um weitere vier Jahre als Antiquator für die harmlosen und bedauernswerten Griechen bewerben. Denn was vor 40 Jahren richtig war, kann heute nicht falsch sein und die Regierungszeit Ottis wird mutmaßlich länger als die von Helmut Kohl sein, weil kein anderer Trainer leidensfähig genug sein wird, die Fußballhinterwäldler von Hellas zu „trainieren“. Wir malen ein 2:1 in den EM-Planer und sehen den Quarterfinals entgegen.
In England ist man sich sicher, dass man die Türken im Viertelfinale besiegen würde, wenn, ja wenn man für die EM qualifiziert gewesen wäre. Schade jetzt.
Ist das eigentlich der gleiche Typ, der immer bei Auswechslungen das Schild hochhält oder die Nachspielzeit anzeigt? Der gleiche Typ, der während des Spiels sich eigentlich Pommes und ein Bier holen könnte, weil er eh nichts zu tun hat? Was ist das für ein Struunz? Was erlaube? Aber egal. Schiri ist Schiri. Tribüne ist, wenn der Schiri pfeift.
Jetzt muss ein Vizetrainer ran, der auf den Namen „Hansi Flick“ hört. Na toll. Das klingt ja schon nach „Harry, fahr mal den Wagen vor“. Würde der Ballaufpumper und Trainingsleibchenverteiler „Wolf Held“ oder „Läsker Bär“ heißen, hätte ich ja gesagt, „hey, da kann einer heute ein ganz Großer werden“. Aber glaubt irgendjemand, dass sich Ballack oder Lehmann von einem Typen was sagen lassen, der wie ein Kanarienvogel heißt und normalerweise die Nutella-Gläser abräumt? Das wird heute abend sehr wunderbar. Für die Portugiesen. "Wir hätten über die Außen kommen müssen" wird Netzer später sagen, weil er das immer sagt. Aber wenigstens haben wir jetzt eine Ausrede: Löw saß ja nicht auf der Bank!
Letztes Spiel in Krabbelgruppe D, Mütterchen Russland gegen „die Wikinger“. Der Bär macht den Elchtest.
Schweden war nie ein Land mit überbordendem Nationalstolz. Das rächt sich heute. Den Russen hat irgendjemand erzählt, dass heute Europameisterschaft ist und sie spielen plötzlich Fußball, als ginge es um den UEFA-Cup, die zahnlosen Wikinger, formally known as „Geheimtipp“, verhalten sich so hölzern wie der einzige nennenswerte Industriebetrieb ihres Landes („schläfst Du noch oder spielst Du schon?), sehen den Russen interessiert zu und lediglich der alte Schwede Zlatan Ibrahomivic versucht, dagegenzuhalten. Aber während Zlatan I. von Ödländ mutterseelenallein vor dem russischen Strafraum den Schwedensputnik macht, spielt die Musik in seinem Rücken und in der 24sten sind die russischen Bemühungen von einem glorreichen 1:0 gekrönt. Spasiba Schweden.
Danach folgen noch einige turbulente Strafraumszenen, natürlich in der schwedischen Hälfte, und dann gehen die Russen in die wohlverdiente, die Schweden in die langersehnte Pause.
Gleiches Bild in der zweiten Hälfte: die achso gefürchteten Wikingern sehen nasebohrend den Russen bei ihrem Spiel zu, das immer mehr den Charakter einer russischen Trainingseinheit annimmt. Folgerichtig steht das schwedische Tor unter russischem Dauerbombardement. Und so ist es nur eine Frage der Zeit, bis der schwedische Torhüter in der 50sten Minute ein zweites Mal hinter sich greifen darf.
Wer aber nun glaubt, die Schweden würden diese Niederlage kampflos hinnehmen, der hat recht. Bis auf Ibrahimovic Schwedenson rüttelt auch das zweite Gegentor die Nordlanders nicht aus ihrem lethargischen Winterschlaf. Es ist einfach noch zu kalt im Stadion. Nur dem schwedischen Torwart wird es gelegentlich warm, weil abwechselnd jetzt Russen und Schweden gemeinsam auf sein Tor ballern. Als das Spielchen nach 92 Minuten endlich abgepfiffen wird, gehen die Russen in die nächste Runde und die Schweden ins Bett. Der EM-Planer erhält ein 2:0 für Russland und gut ist´s.
Im zweiten Spiel des Abends schießen die Griechen versehentlich ein Tor, werden von den entspannt spielenden Spaniern trotzdem mit 2:1 gedemütigt, aber ein Tor ist besser als kein Tor und deshalb darf sich Rehagel, seiner Ansicht nach zu Recht, um weitere vier Jahre als Antiquator für die harmlosen und bedauernswerten Griechen bewerben. Denn was vor 40 Jahren richtig war, kann heute nicht falsch sein und die Regierungszeit Ottis wird mutmaßlich länger als die von Helmut Kohl sein, weil kein anderer Trainer leidensfähig genug sein wird, die Fußballhinterwäldler von Hellas zu „trainieren“. Wir malen ein 2:1 in den EM-Planer und sehen den Quarterfinals entgegen.
In England ist man sich sicher, dass man die Türken im Viertelfinale besiegen würde, wenn, ja wenn man für die EM qualifiziert gewesen wäre. Schade jetzt.
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