... newer stories
Donnerstag, 12. Juni 2008
EM Tag 5
shiwa, 09:29h
Irgendein polnischer Vollpfosten hat gefordert, der polnischen Prinzenrolle Lukaski Polonski die polnische Staatsbürgerschaft abzuerkennen. Großes Rauschen im Nachbarland: kann man jemanden eine Staatsbürgerschaft aberkennen, die er gar nicht hatte? Zumal, wenn in der Begründung „hat gegen Polen bei der WM UND EM Tore geschossen“ stünde? Ist das die polnische Version von „Du kommst hier net rein“? Ja, da müssten ja 99% aller Mannschaften, die je gegen Polen gespielt haben, eine Staatsbürgerschaft aberkannt werden, die sie nicht hatten! Wäre es da nicht effektiver, die Polen würden ihren eigenen Nationalspielern die Staatsbürgerschaft aberkennen und diese beispielsweise an die Faröer-Inseln verschenken?
Im ersten Spiel der ersten Gruppe heute treffen die Siegermannschaften der Lachgruppe A zusammen, die Portugiesen werden gegen die Tschechen spielen und nur einer kann Europes next Top-Mannschaft werden. Wer nun erwartet hätte, dass sich die Portugiesen besonders reinhängen, der hätte auch Recht behalten. Während die Tschechen noch am Schuhebinden sind, gibt’s in der 8. Minute bereits den Führungstreffer der Portugiesen, weil die das Spiel ernst nehmen.
Beruhigt durch ihr frühes Tor und in dem Bewusstsein, sowieso Gruppenerster zu werden, lassen es die Südeuropäer schleifen und schenken den Tschechen nur neun Minuten später das 1:1. Bis zur Pause beschäftigen sich beide Teams dann damit, sich gegenseitig umzuwerfen und für ein bisschen Hektik beim Schiedsrichter, den Linienrichtern und den ärztlichen Betreuern zu sorgen. Dafür gibt’s aber auch eine Großaufnahme von der getackerten Augenbraue eines Portugiesen. Ist halt auch mal was anderes als immer nur Torraumszenen, die zu nichts führen.
Bis zur 63sten Minute rennen beide Mannschaften, was die Stollen hergeben, aber irgendwie scheint die Luft raus. Vor allem bei den Tschechen, die matter als Fliegen im Herbst wirken. Schließlich schummeln sich doch noch zwei Portugiesen zwischen die Tschechen, alles guckt und staunt und es steht 2:1 für Portugal. Jetzt gilts! Der Tschechentrainer ersetzt den ineffektiven Galasek, weil er einen Koller bekommt. Der ist aber noch viel ineffektiver als der ineffektive Galasek und die treuherzigen Torschüsse des ersten tschechichen Torschützen scheitern daran, dass das portugiesische Tor nicht 18 Meter hoch ist. Irgendwas ist ja immer. Und während die Tschechen demoralisiert auf den Schlusspfiff warten, kriegen sie von den Portugiesen in letzter Sekunde noch das 3:1, was für die Statistik und die Zeitplanung bedeutet, dass man sich von jedem Spiel nur die letzten 2 Minuten ansehen muss, weil da die entscheidenden Tore fallen. Ich bestücke den EM-Planer und warte auf das Top-Spiel des Abends.
Deswegen das Knallerspiel, weil das Verhältnis Türkei – Armenien im Vergleich zum Verhältnis Türkei-Schweiz von Herzlichkeit, Vertrauen und Freundschaft geprägt ist.
Man darf also einiges erwarten: werden die Türken wieder die Mütter der Schweizer Spieler f***** wollen? Werden sie diesmal unbewaffnet auf den Platz kommen? Wird der Verkehr in den deutschen Innenstädten nach Spielschluss kollabieren? Die Antwort ist, wie so oft, „aufm Platz“.
Für das Spielfeld in Basel haben sich die gastgebenden Schweizer etwas ganz Besonderes ausgedacht: sie setzen mittels Regen den Platz unter Wasser. Die Türken, die keine Badekappen dabei haben und auch nicht unbedingt eine Seefahrernation sind, können mit der besonderen Situation gar nicht umgehen und fürchten sich vor Krokodilen, die sich irgendwo im 16er herumtreiben könnten. Dies ermöglicht den Schweizern eine schöne Flanke direkt vors türkische Tor, vor dem der Ball ungefähr eine gefühlte Minute unbeachtet liegenbleibt, bis sich ein mutiger Schweizer, der eigentlich ein Türke ist, ähnlich wie Polonski in Deutschland, mit Tränen in den Augen ein Herz fasst und den Türken das 1:0 einschiebt. Er weiß: für den Rest eines Lebens muss er in der Angst leben, dass irgendein „große Bruder“ vorbeikommt und ihm eine aufs Maul gibt. Zumindest, wenn es bei diesem Spielstand bleibt.
Die Türken hingegen wissen: schwimmen können sie nicht und irgendwo lauern auch noch die Krokodile. Sie warten lieber bis zur zweiten Halbzeit, bis der Platz wieder einigermaßen trocken ist. Und sie wissen außerdem: sie dürfen nicht in die geliebte Heimat zurück, wenn sie jedes Spiel verlieren. Weil sie dann sterben müssen. Dementsprechend motiviert legen die Jungs aus dem Morgendämmerungsland in der zweiten Halbzeit los und gleichen gegen die verschnarchten Schwyzr in der 57sten Minute aus.
Draußen gibt es erste Hupkonzerte.
Die Türken geben sich deshalb auch besondere Mühe, müssen sich aber ebenfalls bis zur Nachspielzeit, die eigentlich eher eine Konzession an die Schweizer Gastgeber ist, gedulden, bis der Ball wieder im Netz der mittlerweile patschnassen und entnervten Schweizer zappelt. Ich trage in den EM-Planer das 2:1 ein, weil mich sonst der Blitz beim Scheißen trifft.
In England wurden heute streng geheime Regierungsunterlagen über Al Quaida in einem Londoner Vorortzug gefunden. James Bond ist auch nicht mehr das, was er mal war. Das hat er mit seiner Nationalmannschaft gemeinsam.
Im ersten Spiel der ersten Gruppe heute treffen die Siegermannschaften der Lachgruppe A zusammen, die Portugiesen werden gegen die Tschechen spielen und nur einer kann Europes next Top-Mannschaft werden. Wer nun erwartet hätte, dass sich die Portugiesen besonders reinhängen, der hätte auch Recht behalten. Während die Tschechen noch am Schuhebinden sind, gibt’s in der 8. Minute bereits den Führungstreffer der Portugiesen, weil die das Spiel ernst nehmen.
Beruhigt durch ihr frühes Tor und in dem Bewusstsein, sowieso Gruppenerster zu werden, lassen es die Südeuropäer schleifen und schenken den Tschechen nur neun Minuten später das 1:1. Bis zur Pause beschäftigen sich beide Teams dann damit, sich gegenseitig umzuwerfen und für ein bisschen Hektik beim Schiedsrichter, den Linienrichtern und den ärztlichen Betreuern zu sorgen. Dafür gibt’s aber auch eine Großaufnahme von der getackerten Augenbraue eines Portugiesen. Ist halt auch mal was anderes als immer nur Torraumszenen, die zu nichts führen.
Bis zur 63sten Minute rennen beide Mannschaften, was die Stollen hergeben, aber irgendwie scheint die Luft raus. Vor allem bei den Tschechen, die matter als Fliegen im Herbst wirken. Schließlich schummeln sich doch noch zwei Portugiesen zwischen die Tschechen, alles guckt und staunt und es steht 2:1 für Portugal. Jetzt gilts! Der Tschechentrainer ersetzt den ineffektiven Galasek, weil er einen Koller bekommt. Der ist aber noch viel ineffektiver als der ineffektive Galasek und die treuherzigen Torschüsse des ersten tschechichen Torschützen scheitern daran, dass das portugiesische Tor nicht 18 Meter hoch ist. Irgendwas ist ja immer. Und während die Tschechen demoralisiert auf den Schlusspfiff warten, kriegen sie von den Portugiesen in letzter Sekunde noch das 3:1, was für die Statistik und die Zeitplanung bedeutet, dass man sich von jedem Spiel nur die letzten 2 Minuten ansehen muss, weil da die entscheidenden Tore fallen. Ich bestücke den EM-Planer und warte auf das Top-Spiel des Abends.
Deswegen das Knallerspiel, weil das Verhältnis Türkei – Armenien im Vergleich zum Verhältnis Türkei-Schweiz von Herzlichkeit, Vertrauen und Freundschaft geprägt ist.
Man darf also einiges erwarten: werden die Türken wieder die Mütter der Schweizer Spieler f***** wollen? Werden sie diesmal unbewaffnet auf den Platz kommen? Wird der Verkehr in den deutschen Innenstädten nach Spielschluss kollabieren? Die Antwort ist, wie so oft, „aufm Platz“.
Für das Spielfeld in Basel haben sich die gastgebenden Schweizer etwas ganz Besonderes ausgedacht: sie setzen mittels Regen den Platz unter Wasser. Die Türken, die keine Badekappen dabei haben und auch nicht unbedingt eine Seefahrernation sind, können mit der besonderen Situation gar nicht umgehen und fürchten sich vor Krokodilen, die sich irgendwo im 16er herumtreiben könnten. Dies ermöglicht den Schweizern eine schöne Flanke direkt vors türkische Tor, vor dem der Ball ungefähr eine gefühlte Minute unbeachtet liegenbleibt, bis sich ein mutiger Schweizer, der eigentlich ein Türke ist, ähnlich wie Polonski in Deutschland, mit Tränen in den Augen ein Herz fasst und den Türken das 1:0 einschiebt. Er weiß: für den Rest eines Lebens muss er in der Angst leben, dass irgendein „große Bruder“ vorbeikommt und ihm eine aufs Maul gibt. Zumindest, wenn es bei diesem Spielstand bleibt.
Die Türken hingegen wissen: schwimmen können sie nicht und irgendwo lauern auch noch die Krokodile. Sie warten lieber bis zur zweiten Halbzeit, bis der Platz wieder einigermaßen trocken ist. Und sie wissen außerdem: sie dürfen nicht in die geliebte Heimat zurück, wenn sie jedes Spiel verlieren. Weil sie dann sterben müssen. Dementsprechend motiviert legen die Jungs aus dem Morgendämmerungsland in der zweiten Halbzeit los und gleichen gegen die verschnarchten Schwyzr in der 57sten Minute aus.
Draußen gibt es erste Hupkonzerte.
Die Türken geben sich deshalb auch besondere Mühe, müssen sich aber ebenfalls bis zur Nachspielzeit, die eigentlich eher eine Konzession an die Schweizer Gastgeber ist, gedulden, bis der Ball wieder im Netz der mittlerweile patschnassen und entnervten Schweizer zappelt. Ich trage in den EM-Planer das 2:1 ein, weil mich sonst der Blitz beim Scheißen trifft.
In England wurden heute streng geheime Regierungsunterlagen über Al Quaida in einem Londoner Vorortzug gefunden. James Bond ist auch nicht mehr das, was er mal war. Das hat er mit seiner Nationalmannschaft gemeinsam.
... link
... older stories